Interview

Mittelstand soll unterstützt werden

Landtagswahlen - Robert Fritsch kandidiert für die FDP im Stimmkreis Bamberg-Land. Der 26-Jährige fordert eine Senkung der Steuern und eine gezielte Förderung mittelständischer Betriebe.

2000 trat Robert Fritsch in die FDP ein, sitzt seit Mai dieses Jahres im Gemeinderat in Pommersfelden und ist jetzt Direktkandidat der FDP für den Stimmkreis Bamberg-Land. Fritsch sagt: "Wenn die Leute zufrieden sind, sollen  sie weiter CSU wählen. Aber die Menschen in unserem Land sind nicht zufrieden."

Was muss demnach geändert werden? Steuern senken, Arbeitsplätze schaffen, mittelständische Unternehmen fördern - lauten drei Grundsatzforderungen des 26-jährigen FDP-Politikers. Bleibt die Frage offen, wie? Robert Fritsch spricht über eigene Erfahrungen. Er leitet den familieneigenen Stuckateur-Betrieb in Pommersfelden. "Die mittelständischen Unternehmen leiden", weiß Fritsch. Zwar gehe es seinem eigenen Familienbetrieb gut, aber der Aufwand, alles am Laufen zu halten, sei enorm. "Man benötigt in jedem Fall einen guten Steuerberater, um als Mittelständler am Leben zu bleiben", sagt Fritsch. Allein aus diesem Grund plädiert der 26-Jährige für eine Vereinfachung des Steuersystems und eine Senkung der Steuerbelastung.

Imageproblem des Handwerks

Das Handwerk leide zudem unter einem Imageproblem. Immer weniger Jugendliche würden sich bewusst für einen Handwerksberuf entscheiden. Auch  in der bayerischen Bildungspolitik sieht Robert Fritsch deshalb dringenden Handlungsbedarf. Eine Ausweitung der Grundschule bis zur sechsten Klasse hält er für einen notwendigen Schritt. "In der sechsten Klasse können die Jugendlichen bereits selbst mit entscheiden, wohin ihr Weg später führen soll", so Fritsch. Um diese Entscheidung zu vereinfachen, sollten frühzeitig betriebliche Praktika eingeführt werden. "So könnte auch das Handwerk besser für seinen Berufsstand werben", ist Robert Fritsch überzeugt.

Weniger Staat, mehr private Verantwortung - als Beispiel nennt Robert Fritsch das Nichtrauchergesetz. "Aus meiner Sicht hätte man dies nicht gesetzlich regeln müssen. Diese Entscheidung hätte man auch jedem Wirt selbst überlassen können, ob er seine Kneipe zu einer Nichtraucher-Wirtschaft oder Raucher-Wirtschaft machen will. Und auch die Gäste haben die  Entscheidungsfreiheit, ob sie sich dem Rauch aussetzen wollen oder nicht",  sieht Fritsch die Problematik ganz gelassen.

In Zeiten des Klimawandels müsse man auch den Ausstieg aus der Atomkraft neu überdenken. "Was nützt es, wenn wir unsere Atomkraftwerke stilllegen,  und in unseren direkten Nachbarländern wie Frankreich entstehen neue", zweifelt Fritsch am Sinn des geplanten Atomausstiegs. Wenn überhaupt, dann müsse der Ausstieg europaweit gedacht werden. "Bis dahin ist eine längere Laufzeit unserer Atomkraftwerke sinnvoll, zumal wir nicht alles über regenerative Energien auffangen können." Nicht festlegen will sich Robert Fritsch dagegen in Sachen Nationalpark Steigerwald. "Natürlich wäre ein Nationalpark eine Bereicherung für die Region, auf der anderen Seite schränkt  er die Leute sehr ein", sagt Fritsch.

In der Feuerwehr aktiv

In Pommersfelden ist Robert Fritsch alles andere als ein Unbekannter. Als Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Leiter des Posaunenchors und Mitglied im Gesangverein ist er im Vereinsleben seiner Heimatgemeinde fest verwurzelt.

Die Liebe zur Feuerwehr äußert sich auch in dem politischen Wunsch des 26-Jährigen, dass Zuschüsse von Seiten der bayerischen Staatsregierung an die Feuerwehren keinesfalls gekürzt werden dürften. Sollte Fritsch in den Landtag einziehen, wird er sich persönlich dafür einsetzen.


Fränkischer Tag, 03.09.08