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Geschäftsführer Josef Neuner (2. von links) erläutert den Jungliberalen Dagmar Reich, Daniel Müller und Matthias Meyer (von rechts) sowie Jobst Giehler von der Bamberger FDP (links) die Biogasanlage.

JuLis fordern stärkere Nutzung regenerativer Energien
Veröffentlicht am 06-08-08 um 11:53 Uhr

Besuch der Biogasanlage in Strullendorf

Strullendorf.Angesichts steigender Öl- und Gaspreise und der Tatsache, dass deren weltweite Vorkommen langfristig zur Neige gehen, muss die Politik endlich grundlegend umdenken und die Nutzung regenerativer Energien  noch stärker als bisher forcieren“, forderte der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Daniel Müller, beim Besuch der Biogasanlage der Firma „Bioenergie Bamberg“ in Strullendorf. Außerdem seien regenerative Energien insgesamt deutlich umweltfreundlicher.

Geschäftsführer Josef Neuner stellte der FDP-Jugendorganisation die Ende 2005 in Betrieb gegangene Biogasanlage vor. „Wir nutzen letztlich nichts anderes als die Energie, die die Sonne in den Pflanzen eingelagert hat“, so Neuner. Durch einen biologischen Prozess werde aus pflanzlichen Stoffen Biogas gewonnen, mit dessen Hilfe in einem Blockheizkraftwerk Strom erzeugt wird. Ausgangsstoff ist dabei zum größten Teil der Bioabfall aus Stadt und Landkreis Bamberg. Rund 60 Prozent davon, nämlich jährlich rund 12.000 Tonnen, werden laut Neuner in der Biogasanlage verwertet. Hinzu kämen 5.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe, die von umliegenden Landwirten angebaut werden.  „Rund 4,5 Millionen Kilowatt Strom können so im Jahr produziert werden, was dem Verbrauch von rund 2.000 Haushalten entspricht“, erläuterte er weiter. Darüber hinaus werden 6 Millionen Kilowattstunden Wärme produzierte, was ebenfalls für rund 2.000 Haushalte ausreicht.

Beeindruckt zeigten sich die Jungen Liberalen davon, dass durch die Biogasanlage rund 600.000 Liter Heizöl und 5.000 Tonnen CO2  jährlich eingespart werden können und die aus den pflanzlichen Stoffen gewonnene Bioenergie letztlich billiger ist als herkömmliche Energie. „Dies sind entscheidende Argumente, die klar für einen weiteren Ausbau von Bioenergie-Anlagen sprechen“, meinte Dagmar Reich, Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe, die den Ortstermin in Strullendorf initiiert und organisiert hatte. Reich kritisierte, dass der Staat Bionenergie zu wenig fördere: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum z.B. auf Biodiesel eine Steuer erhoben wird, anstatt seinen Einsatz durch eine Steuerbefreiung anzukurbeln“.

Der stellvertretende JuLi-Kreisvorsitzende Martin Pöhner erklärte, dass sich die FDP-Jugendorganisation vor diesem Hintergrund für eine regionale Selbstverpflichtung der Kommunen im Bamberger Raum stark machen will, um Bioenergie verstärkt einzusetzen. „Konkret fordern wir, dass Stadt und Landkreis Bamberg sowie auch die Landkreisgemeinden gezielt ihre öffentlichen Gebäude in den nächsten Jahren mit Hilfe von z.B. Hackschnitzelheizungen und Fernwärme auf eine umweltfreundliche Energieversorgung umstellen sollen.“ Die dafür notwendigen Investitionen würden sich in den folgenden Jahren schnell amortisieren, da Bioenergie langfristig eine deutlich günstigere Alternative zu herkömmlichen Energieträgern darstellt, so Pöhner abschließend.    

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