Presse

Zurück zur Nachrichtenliste

Junge Liberale fordern studentenfreundlicheres Bamberg
Veröffentlicht am 14-11-09 um 14:37 Uhr

Junge Liberale fordern studentenfreundlicheres Bamberg

Mit einer Protestaktion vor einem Werbeplakat der Stadtwerke Bamberg in der Memmelsdorfer Straße haben die Jungen Liberalen auf das aus ihrer Sicht studierendenunfreundliche Buslinienangebot der Bamberger Verkehrsbetriebe aufmerksam gemacht. Bei dieser Gelegenheit kritisierten die JuLis auch die Mietpreise für Studentenwohnungen der Stadtbau GmbH als „inakzeptabel hoch“.

„Dass die Stadtwerke mit einem Banner an der Bahnunterführung Memmelsdorfer Straße auf die Studenten- und Nachtbusfreundlichkeit der STWB anspielen, ist wohl als Witz zu verstehen“, so der stellvertretende JuLi-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe Bamberg, Nicolas Thoma. „Welchen Sinn soll es machen, abends mit dem Stadtbus zur Party zu fahren, wie es die Stadtwerke bewerben, wenn man danach nicht mehr zurückkommt, weil es keine Nachtbusse in Bamberg gibt?“, fragte Thoma.

„Mit einer solchen Werbeaktion können die Stadtwerke kaum mehr Studenten für das Busfahren gewinnen. Stattdessen sollten die sie das Buslinienangebot optimieren und stärker auch auf die Bedürfnisse der Studierenden abstimmen“, meinte der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Daniel Müller.

Die vor einigen Monaten angekündigte Taktungsoptimierung des Busliniennetzes der Stadtwerke Bamberg haben die Jungen Liberalen als echte Chance für nachfrageorientiertere Busfahrpläne gesehen, so Müller. Bislang seien jedoch keine Verbesserungsvorhaben für die Abend- und Nachtstunden zu erkennen. „Bereits damals haben wir den Vorschlag gemacht, die Nachtlinien an Wochenenden und vor Feiertagen über 24 Uhr hinaus zu verlängern. Außerdem sollten an diesen Tagen in Zukunft auch die Diskotheken in Hallstadt von den Stadtbussen angefahren werden, wodurch das Angebot der Stadtwerke auch für Jugendliche noch interessanter würde“, so der JuLi-Kreisvorsitzende weiter. Dadurch könne auch die Unfallgefahr durch alkoholisierte Fahrzeugführer verringert werden.

„Darüber hinaus schlagen wir vor, die Nachtbuslinien ab 20 Uhr bis in die Gemeinden Bischberg, Memmelsdorf, Stegaurach und Hallstadt zu erweitern. Denn gerade abends gibt es sonst für Studenten, Jugendliche und alle anderen Einwohner kaum Möglichkeiten mit dem ÖPNV aus den angrenzenden Nachbargemeinden in die Innenstadt zu kommen bzw. die Gemeinden selbst zu erreichen“, so JuLi-Pressesprecher Timm Jander. Durch eine Erweiterung der Nachtbuslinien würden insgesamt knapp 31.000 Einwohner mehr an das städtische Verkehrsnetz  angebunden. „Die Möglichkeit zusätzlicher Umsätze der Bamberger Gastronomie nach 20 Uhr, die sich dadurch ergibt, sollte nicht weiter verschenkt werden“, betonte Jander.

Vor diesem Hintergrund kritisierten die JuLis bei ihrer Protestaktion die Untätigkeit und die mangelnde Gesprächsbereitschaft der Stadtwerke Bamberg in dieser Frage – trotz mehrfacher Kontaktierungsversuche von Seiten der JuLis. „Eine solches Verschlafen von Entwicklungen kann sich eine Studentenstadt wie Bamberg nicht länger leisten – sonst wird es in einigen Jahren allenfalls Negativ-Rekorde bei den Neueinschreibungen an der Bamberger Uni geben“, prognostizierte Timm Jander.

Auch die Ausrichtung der Studentenunterkünfte der Stadtbau GmbH – wie sie jetzt auch auf dem ehemaligen Erba-Gelände entstehen – geht den Jungen Liberalen in eine falsche Richtung. „Es kann doch nicht sein, dass ein städtisches Unternehmen vor allem Studentenwohnungen baut, die sich höchstens Studierende aus sehr reichen Verhältnissen leisten können. Wir erwarten, dass Oberbürgermeister Andreas Starke und der Stadtrat hier dringend eingreifen“, betonte Daniel Müller.  So bezahle man beispielsweise für eine 1,5 Zimmer- Unterbringung mit 41qm in Bamberg-Mitte lt. Preisliste der Stadtbau GmbH 614,88 Euro im Monat. „Solche Wohnungen gibt es auch auf dem privaten Markt“, meinte Lisa Ernst von der Liberalen Hochschulgruppe. „Stattdessen werden dringend akzeptable Wohnungen für den schmalen Geldbeutel gebraucht, von denen es kaum welche auf dem Markt gibt. Hier ist ein städtisches Unternehmen wie die Stadtbau GmbH gefragt mit entsprechenden Projekten Zeichen zu setzen“, forderte Ernst.

Zurück zur Nachrichtenliste